Zimtarten – botanische Einordnung und Unterschiede
Zimt ist botanisch kein einheitliches Gewürz, sondern wird aus der Rinde verschiedener Arten der Gattung Cinnamomum gewonnen. Ceylon-Zimt wird der Art Cinnamomum verum zugeordnet. Daneben werden unter Bezeichnungen wie Cassia, chinesischer Zimt, indonesischer Zimt oder Saigon-Zimt weitere botanische Arten gehandelt.
Die Bezeichnungen im Handel und die botanische Taxonomie sind dabei nicht immer deckungsgleich. Besonders der Begriff Cassia bezeichnet in der Gewürzkunde nicht zwingend eine einzige Pflanzenart, sondern wird für verschiedene Zimttypen verwendet.
Kurz gesagt:
Ceylon-Zimt lässt sich botanisch vergleichsweise eindeutig als Cinnamomum verum einordnen. Bei Cassia ist die Zuordnung breiter: Chinesischer, indonesischer und vietnamesischer Zimt können unterschiedlichen Arten entsprechen. Deshalb sollten botanische Art, Handelsbezeichnung und Produktform getrennt betrachtet werden.
Den übergeordneten Zusammenhang von Herkunft, Aroma, Verarbeitung und Verwendung erklärt das Zimt Wissen. Für die praktische Auswahl finden Sie hier unsere Ceylon Zimtstangen und die kräftigeren Cassia Zimtstangen.
Passende Gewürze zu diesem Thema
Ceylon Zimt Pulver
Warm-aromatisch · süßlich · Sri LankaIdeal für Porridge, Milchreis, Apfelkuchen.
Mehrere Gebindegrößen verfügbar
Produkt ansehen
Ceylon Zimtstangen
Süßlich · würzig · Sri LankaIdeal für Chai, Tee, Kompott.
Mehrere Gebindegrößen verfügbar
Produkt ansehen
Cassia Zimt gemahlen kaufen – kräftig aus Indonesien
Kräftig · warm-würzig · Indonesien · gemahlenCassia Zimtpulver für Gebäck, Chai, Glühwein, Currys und Schmorgerichte · 50 g …
Mehrere Gebindegrößen verfügbar
Produkt ansehen Was sind Zimtarten?
Zimtarten sind botanisch unterschiedliche Pflanzenarten, deren Rinde als Zimtgewürz verwendet wird. Sie gehören überwiegend zur Gattung Cinnamomum.
Ist Ceylon-Zimt eine eigene Zimtart?
Ja. Ceylon-Zimt wird botanisch der Art Cinnamomum verum zugeordnet.
Ist Cassia-Zimt eine einzelne botanische Art?
Nicht in jeder Handelsverwendung. Der Begriff Cassia wird für mehrere Zimttypen verwendet, darunter chinesischen, indonesischen und vietnamesischen Zimt.
Welche wichtigen Zimtarten gibt es?
Zu den bedeutenden Handelsarten gehören Cinnamomum verum, Cinnamomum aromaticum, Cinnamomum burmanni und Cinnamomum loureiroi.
Zentrale Punkte auf einen Blick
- Zimt wird aus der Rinde verschiedener Arten der Gattung Cinnamomum gewonnen.
- Ceylon-Zimt wird botanisch als Cinnamomum verum eingeordnet.
- Cassia ist im Handel kein immer eindeutig verwendeter botanischer Artname.
- Chinesischer, indonesischer und vietnamesischer Zimt können unterschiedlichen botanischen Arten entsprechen.
- Zimtart, Handelsbezeichnung, Verarbeitung und Produktform sind nicht dasselbe.
- Rindenstruktur und Erscheinungsbild können Hinweise auf den Zimttyp geben, ersetzen aber keine botanische Herkunftsangabe.
- Zimtblüten beziehungsweise Kassienknospen sind eine besondere Gewürzform und keine eigene Zimtart.
Was bedeutet „Zimtart“ botanisch?
Eine Zimtart bezeichnet zunächst eine botanisch abgegrenzte Pflanzenart. Mehrere dieser Arten liefern aromatische Rinde, die nach Ernte und Trocknung als Gewürz verwendet werden kann.
Für die Einordnung ist deshalb wichtig, drei Ebenen auseinanderzuhalten:
- botanische Art: beispielsweise Cinnamomum verum
- Handelsbezeichnung: beispielsweise Ceylon-Zimt, Cassia oder Saigon-Zimt
- Produktform: beispielsweise Zimtstange, Rindenstück oder gemahlener Zimt
Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Eine Zimtstange ist beispielsweise keine eigene Zimtart, sondern eine Verarbeitungs- beziehungsweise Handelsform der Rinde.
Die wichtigsten Zimtarten im Überblick
Im internationalen Handel spielen mehrere Arten eine größere Rolle. Ihre gebräuchlichen Handelsnamen sind nicht immer vollständig einheitlich.
| Handelsbezeichnung | Botanische Einordnung | Typische geografische Zuordnung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Ceylon-Zimt / Sri-Lanka-Zimt | Cinnamomum verum | Sri Lanka | eigenständige botanische Art; häufig als „echter Zimt“ bezeichnet |
| Chinesischer Cassia-Zimt | Cinnamomum aromaticum | Südostchina bis Vietnam | bei älteren und handelsbezogenen Quellen können abweichende botanische Namen vorkommen |
| Indonesischer Zimt / indonesischer Cassia | Cinnamomum burmanni | Südchina bis westliches und zentrales Malesien | wird handelsüblich häufig dem Cassia-Bereich zugeordnet |
| Saigon-Zimt / vietnamesischer Zimt | Cinnamomum loureiroi | Vietnam | eigenständige botanische Art; im Handel ebenfalls häufig dem Cassia-Bereich zugeordnet |
Diese Übersicht zeigt zugleich, warum die einfache Gegenüberstellung „Ceylon oder Cassia“ botanisch nur begrenzt präzise ist: Hinter Cassia können unterschiedliche Pflanzenarten stehen.
Ceylon-Zimt: Cinnamomum verum
Ceylon-Zimt wird botanisch der Art Cinnamomum verum zugeordnet. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Sri Lanka.
In älteren Quellen findet sich für Ceylon-Zimt häufig auch die Bezeichnung Cinnamomum zeylanicum. In der aktuellen botanischen Taxonomie wird Cinnamomum verum als akzeptierter Artname geführt.
Charakteristisch für traditionell verarbeitete Ceylon-Zimtstangen ist eine aus mehreren dünnen Rindenschichten aufgebaute Struktur. Das äußere Erscheinungsbild entsteht jedoch nicht ausschließlich durch die Pflanzenart, sondern zusätzlich durch Ernte und Verarbeitung.
Was bedeutet Cassia-Zimt?
Cassia sollte im Gewürzhandel nicht automatisch als Bezeichnung für nur eine einzige botanische Art verstanden werden. Der Begriff wird für verschiedene Zimttypen verwendet, die sich botanisch voneinander unterscheiden können.
Dazu gehören insbesondere chinesischer, indonesischer und vietnamesischer beziehungsweise Saigon-Zimt.
Für eine präzise botanische Beurteilung ist deshalb die konkrete Artbezeichnung hilfreicher als der alleinige Begriff „Cassia“.
Chinesischer Cassia-Zimt: Warum gibt es unterschiedliche botanische Namen?
Bei chinesischem Cassia-Zimt begegnen in Literatur, Handel und Datenbanken unterschiedliche wissenschaftliche Bezeichnungen. In aktuellen taxonomischen Datenbanken wird Cinnamomum aromaticum als akzeptierte Art geführt.
In älteren Fachquellen und im Gewürzhandel findet sich dagegen häufig die Bezeichnung Cinnamomum cassia. Dadurch können zwei Quellen denselben beziehungsweise einen vergleichbaren Cassia-Handelstyp unterschiedlich benennen.
Für die praktische Einordnung bedeutet das: Bei wissenschaftlichen Namen sollte zusätzlich geprüft werden, welche taxonomische Quelle und welcher Stand der Nomenklatur verwendet werden.
Indonesischer Zimt: Cinnamomum burmanni
Indonesischer Zimt wird botanisch überwiegend Cinnamomum burmanni zugeordnet. Im Handel wird dieser Zimttyp häufig als Cassia beziehungsweise indonesischer Cassia eingeordnet.
Damit ist er botanisch weder mit Ceylon-Zimt noch mit vietnamesischem Zimt identisch, auch wenn die verschiedenen Typen im Handel teilweise gemeinsam unter dem Oberbegriff Zimt oder Cassia erscheinen.
Saigon-Zimt: Cinnamomum loureiroi
Saigon-Zimt beziehungsweise vietnamesischer Zimt wird der Art Cinnamomum loureiroi zugeordnet. Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art liegt in Vietnam.
Auch dieser Zimttyp wird im Gewürzhandel häufig dem weiteren Cassia-Bereich zugerechnet. Botanisch handelt es sich jedoch um eine eigenständige Art.
Wie unterscheiden sich Ceylon-Zimt und Cassia botanisch?
Der wichtigste Unterschied liegt darin, dass Ceylon-Zimt mit Cinnamomum verum vergleichsweise eindeutig einer Art zugeordnet werden kann, während Cassia im Handel mehrere Zimttypen umfassen kann.
| Kriterium | Ceylon-Zimt | Cassia-bezogene Zimttypen |
|---|---|---|
| Botanische Einordnung | Cinnamomum verum | mehrere mögliche Arten |
| Handelsbezeichnung | vergleichsweise eindeutig | breiter verwendet |
| Typische Arten | C. verum | unter anderem C. aromaticum, C. burmanni und C. loureiroi |
| Rindenbild | häufig dünner und mehrlagig verarbeitet | häufig kräftigere beziehungsweise weniger fein geschichtete Rindenformen |
| Sensorik | typischerweise feiner und differenzierter wahrgenommen | je nach Art häufig kräftiger ausgeprägt |
Die Tabelle beschreibt typische Einordnungen. Gerade Erscheinungsbild und Aromawahrnehmung werden zusätzlich durch Herkunft, Verarbeitung, Frische und Lagerung beeinflusst.
Warum sehen Zimtstangen je nach Zimtart unterschiedlich aus?
Das Aussehen einer Zimtstange wird sowohl durch die botanische Art als auch durch die Verarbeitung der Rinde geprägt. Unterschiede können sich beispielsweise bei Rindenstärke, Anzahl der Schichten, Festigkeit, Farbe und Rollform zeigen.
Bei traditionell verarbeitetem Ceylon-Zimt werden dünne Rindenstücke zu mehrlagigen Quills zusammengesetzt. Cassia-Typen werden dagegen häufig aus kräftigeren Rindenstücken hergestellt und können eine einfachere beziehungsweise dickere Struktur besitzen.
Das Erscheinungsbild ist deshalb eine praktische Orientierung, aber kein alleiniger botanischer Nachweis.
Zimtart, Verarbeitung und Produktform sind nicht dasselbe
Die botanische Art beschreibt die pflanzliche Herkunft des Gewürzes. Davon getrennt zu betrachten sind die Verarbeitung der Rinde und die spätere Produktform.
| Ebene | Beispiel | Was wird beschrieben? |
|---|---|---|
| Botanische Art | Cinnamomum verum | pflanzliche Herkunft |
| Handelsbezeichnung | Ceylon-Zimt | Bezeichnung im Handel |
| Herkunftsbezeichnung | Saigon-Zimt | geografisch geprägte Handelsbezeichnung |
| Produktform | Zimtstange | Form der verarbeiteten Rinde |
| Mahlgrad | Zimtpulver | mechanische Verarbeitung des Gewürzes |
Auch Trocknung, Rindenstärke, Schnitt, Mahlgrad, Frische und Lagerung können das spätere Erscheinungsbild und die Aromawahrnehmung beeinflussen. Sie verändern jedoch nicht die botanische Art des Ausgangsmaterials.
Welche Rolle spielt die Zimtart für das Aroma?
Unterschiedliche Zimtarten besitzen unterschiedliche natürliche Aromaprofile. Die botanische Herkunft kann deshalb mitbestimmen, wie süß, warm, würzig, scharf oder fein ein Zimt wahrgenommen wird.
Die Zimtart ist jedoch nicht der einzige Faktor. Verarbeitung, Mahlgrad, Frische, Lagerung und Zubereitung beeinflussen ebenfalls, wie deutlich einzelne Aromanoten später wahrgenommen werden.
Eine abweichende Aromaintensität bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Zimt qualitativ schlechter oder bereits aromatisch gealtert ist. Es kann sich schlicht um eine andere botanische Art oder Produktform handeln.
Sind Zimtblüten eine eigene Zimtart?
Nein. Zimtblüten beziehungsweise Kassienblüten sind keine eigene botanische Zimtart. Es handelt sich um eine besondere Gewürzform aus Knospen bestimmter Cassia-Zimttypen.
Sie müssen deshalb begrifflich von Zimtrinde unterschieden werden: Klassischer Zimt wird aus Rinde gewonnen, während Kassienblüten einen anderen Pflanzenteil darstellen.
Aussehen, Aromawirkung und praktische Anwendung unterscheiden sich entsprechend von Zimtstangen oder gemahlenem Zimt.
Wie lässt sich eine Zimtbezeichnung richtig einordnen?
Bei einer Bezeichnung auf Verpackungen oder in Rezepten hilft eine schrittweise Prüfung:
- Botanischen Namen prüfen: Ist eine konkrete Cinnamomum-Art angegeben?
- Handelsbezeichnung einordnen: Steht dort Ceylon, Cassia, Saigon oder eine andere Bezeichnung?
- Herkunft berücksichtigen: Sie kann zusätzliche Hinweise geben, ersetzt aber nicht den botanischen Namen.
- Produktform beachten: Stange, Rinde oder Pulver beschreiben keine eigene Zimtart.
- Sensorik getrennt bewerten: Aroma und Intensität hängen nicht allein von der botanischen Art ab.
Damit lässt sich vermeiden, Handelsnamen, botanische Arten und Verarbeitungsformen miteinander gleichzusetzen.
Zusammenfassung: Zimtarten botanisch richtig einordnen
Zimt wird aus verschiedenen Pflanzenarten gewonnen, die überwiegend zur Gattung Cinnamomum gehören. Ceylon-Zimt wird botanisch Cinnamomum verum zugeordnet. Daneben spielen unter anderem Cinnamomum aromaticum, Cinnamomum burmanni und Cinnamomum loureiroi im internationalen Zimthandel eine Rolle.
Der Begriff Cassia sollte dabei nicht automatisch als eindeutiger botanischer Artname verstanden werden. Er wird im Handel für verschiedene Zimttypen verwendet.
Für eine präzise Einordnung sollten daher botanische Art, Handelsname, Herkunft, Verarbeitung und Produktform getrennt betrachtet werden.
Weiterführendes Zimt-Wissen
Die zentrale Einordnung zu Herkunft, Aroma, Verarbeitung und Verwendung finden Sie im Zimt Wissen.
FAQ – Zimtarten
Welche Zimtarten gibt es?
Zu den wichtigen im Gewürzhandel verwendeten Arten gehören Cinnamomum verum, Cinnamomum aromaticum, Cinnamomum burmanni und Cinnamomum loureiroi. Die Handelsbezeichnungen können je nach Herkunft und Quelle variieren.
Welche botanische Art ist Ceylon-Zimt?
Ceylon-Zimt wird botanisch der Art Cinnamomum verum zugeordnet. In älteren Quellen findet sich teilweise noch die Bezeichnung Cinnamomum zeylanicum.
Ist Cassia-Zimt eine andere Pflanze als Ceylon-Zimt?
Ja, Cassia-bezogene Zimttypen stammen in der Regel von anderen botanischen Arten als Ceylon-Zimt. Der Begriff Cassia kann dabei mehrere Arten umfassen und sollte deshalb nicht als eindeutige Artbezeichnung verstanden werden.
Was ist chinesischer Cassia-Zimt botanisch?
Chinesischer Cassia-Zimt wird in aktueller taxonomischer Einordnung unter anderem mit Cinnamomum aromaticum verbunden. In älteren Fach- und Handelsquellen ist häufig auch die Bezeichnung Cinnamomum cassia zu finden.
Was ist indonesischer Zimt?
Indonesischer Zimt wird überwiegend der botanischen Art Cinnamomum burmanni zugeordnet und im Handel häufig als indonesischer Cassia bezeichnet.
Was ist Saigon-Zimt?
Saigon-Zimt beziehungsweise vietnamesischer Zimt wird botanisch der Art Cinnamomum loureiroi zugeordnet.
Warum sehen Zimtstangen unterschiedlich aus?
Unterschiede entstehen durch botanische Art, Rindenstärke und Verarbeitung. Ceylon-Zimt wird häufig aus mehreren dünnen Rindenschichten aufgebaut, während Cassia-Typen oft kräftigere Rindenformen zeigen.
Sind Zimtblüten eine eigene Zimtart?
Nein. Zimtblüten beziehungsweise Kassienblüten sind eine besondere Gewürzform aus Knospen und keine eigene botanische Zimtart.
Sind Zimtart und Zimtstange dasselbe?
Nein. Die Zimtart bezeichnet die botanische Herkunft. Eine Zimtstange beschreibt dagegen die Form, in der die geerntete und getrocknete Rinde verarbeitet beziehungsweise gehandelt wird.


